Blog · 31. August 2026

Die IT-Woche — kritische PaperCut-Lücke schon vor dem Patch ausgenutzt, EU-Recht auf Reparatur stärkt Refurbished, und ein Trick gegen das Fenster-Chaos

Vierte Ausgabe des Vikast-Blogs: der Überblick über die IT-News der Woche, ein Blick auf die Welt der Refurbished-Hardware und ein praktischer Tipp zum sofortigen Anwenden. Los geht's.

Die IT-Woche — kritische PaperCut-Lücke schon vor dem Patch ausgenutzt, EU-Recht auf Reparatur stärkt Refurbished, und ein Trick gegen das Fenster-Chaos

📰 Die News der Woche: kritische PaperCut-Lücke, ausgenutzt noch vor dem Patch

Die News der Woche: kritische PaperCut-Lücke, ausgenutzt noch vor dem Patch

PaperCut NG und PaperCut MF gehören zu den meistgenutzten Druckmanagement-Programmen in Büros, Schulen und Behörden — die Software, die mitzählt, wer was druckt, und die Warteschlangen an vernetzten Druckern steuert. Am 27. August veröffentlichte PaperCut eine dringende Warnung: Eine Lücke, die alle Versionen von NG und MF betrifft, wurde bereits aktiv angegriffen — entdeckt, nachdem ein Kunde aus dem Hochschulbereich eine Auffälligkeit gemeldet hatte. Es ist eine ernste Lücke: Sie erlaubt Remote-Code-Ausführung ganz ohne Authentifizierung — es reicht, dass der Server aus dem Internet erreichbar ist.

Die Korrektur kam noch am selben Tag: Notfall-Patches für die Versionen 25 und 26 am 27. August, wenige Stunden später gefolgt von einem für Version 24. Bis alle aktualisiert haben, empfiehlt PaperCut, den Zugriff auf die Web-Oberflächen des Servers sofort per Firewall einzuschränken und nur vertrauenswürdige IP-Adressen durchzulassen — nicht auf das Update warten, um die Angriffsfläche zu schließen.

Wer PaperCut im Unternehmen zur Druckerverwaltung einsetzt, sollte noch heute die installierte Version und die Internet-Erreichbarkeit des Servers prüfen, nicht erst beim nächsten Wartungsfenster: Genau die Art von Vorfall, die daran erinnert, dass interne Verwaltungssoftware niemals frei von außen erreichbar sein sollte.

♻️ Welt der Refurbished-Hardware: EU-Recht auf Reparatur in Kraft — und im Blick auch Refurbished

Welt der Refurbished-Hardware: EU-Recht auf Reparatur in Kraft — und im Blick auch Refurbished

Am 31. Juli ist für alle EU-Mitgliedstaaten die Frist zur Umsetzung der Richtlinie 2024/1799 abgelaufen — jener, die das Recht auf Reparatur einführt: Ab diesem Datum müssen Hersteller ein kaputtes, aber technisch reparierbares Produkt reparieren, auch außerhalb der gesetzlichen Gewährleistung, und dabei vor Beginn der Arbeiten ein europäisches Standardformular mit Art des Eingriffs, Dauer und voraussichtlichen Kosten bereitstellen. In Italien hinkt das parlamentarische Umsetzungsverfahren hinterher, doch die Richtlinie gilt ab diesem Datum trotzdem EU-weit.

Erklärtes Ziel der Kommission ist der Kampf gegen geplante Obsoleszenz: Laut EU-Schätzungen erzeugt die vorzeitige Entsorgung noch reparierbarer Güter in Europa 35 Millionen Tonnen Abfall pro Jahr. Und genau hier trifft das Recht auf Reparatur unser Geschäftsfeld: Bis 2027 soll eine europäische Online-Plattform starten, die Verbraucher nicht nur mit Reparaturzentren verbindet, sondern auch mit Refurbished-Anbietern und Aufarbeitungsinitiativen — erstmals wird damit auf regulatorischer Ebene anerkannt, dass Reparatur und Refurbishment zwei Seiten derselben Wirtschaft sind.

Das ist nicht nur symbolisch: Wenn die EU eine offizielle Infrastruktur aufbaut, die Reparatur und Refurbished gleichstellt, heißt das, dass die Lebensdauer eines Geräts zu verlängern — mit der zertifizierten Datenlöschung, die wir übernehmen, wenn ein Unternehmen es aussondert — keine Nischenalternative mehr ist, sondern Teil der europäischen Strategie gegen Elektroschrott.

🪟 Der Windows-Tipp: der Trick gegen das Fenster-Chaos innerhalb derselben App

Der Windows-Tipp: der Trick gegen das Fenster-Chaos innerhalb derselben App

Am 25. August veröffentlichte Microsoft Version 0.101.2362.0 von PowerToys, seiner kostenlosen offiziellen Sammlung von Windows-Tools, mit einem neuen Werkzeug namens Window Hopper. Anders als Alt+Tab, das durch alle offenen Fenster aller Programme blättert, beschränkt Window Hopper die Auswahl auf die Fenster der App, an der man gerade arbeitet — praktisch bei vielen separaten Browserfenstern, mehreren Explorer-Fenstern oder mehreren Terminal-Sitzungen.

So geht's: PowerToys installieren (oder aktualisieren) — kostenlos, über den Microsoft Store oder die offizielle Website — und in den Einstellungen Window Hopper aktivieren, das standardmäßig ausgeschaltet ist. Danach Alt gedrückt halten und die Taste ` (Gravis, meist über der Tab-Taste) drücken, um vorwärts durch die Fenster der aktiven App zu blättern, Umschalt+Alt+` für rückwärts, und Alt loslassen, um zum gewählten Fenster zu wechseln. Esc bricht ab, ohne das Fenster zu wechseln.

Ein praktisches Detail: Window Hopper öffnet sich nicht, wenn die aktive App weniger als zwei Fenster hat — also keine unnötigen Popups, wenn man sie nicht braucht. Eine kleine Ergänzung, aber genau die Art, die an einem generalüberholten Büro-PC mit vielen offenen Fenstern jeden Tag nützlich ist. Bis nächste Woche! 🚀

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