Blog · 14. September 2026
IT-Woche — kritische Sicherheitslücke unter aktivem Angriff in Cisco Secure FMC, auch Amazon setzt groß auf Gebrauchtware, und das Windows-Startmenü wird skalierbar
Sechste Ausgabe des Vikast-Blogs: die IT-News der Woche, ein Blick in die Welt der Refurbished-Geräte und ein praktischer Tipp zum sofortigen Gebrauch. Los geht's.

📰 Die News der Woche: kritische Schwachstelle im Cisco Secure Firewall Management Center, bereits unter Angriff

Am 9. September bestätigte Cisco, dass eine kritische Schwachstelle in seinem Secure Firewall Management Center (FMC) — der Plattform, mit der viele Unternehmen und Behörden Sicherheitsrichtlinien zentral über mehrere Firewalls hinweg verwalten — aktiv ausgenutzt wird. CVE-2026-20079 erreicht den maximalen Schweregrad der CVSS-Skala, 10 von 10: Sie entsteht durch einen beim Booten fehlerhaft angelegten Systemprozess, und eine einzige präparierte HTTP-Anfrage an die Weboberfläche reicht aus, um die Authentifizierung vollständig zu umgehen.
Einmal drin, kann ein Angreifer Skripte und Befehle als Root ausführen, ohne je ein Passwort angegeben zu haben — die volle Kontrolle über das Firewall-Verwaltungsgerät, von außen. Cisco hatte die Lücke bereits im März 2026 offengelegt, ohne Hinweise auf Ausnutzung; im August wurden erste reale Angriffe festgestellt, und die frühesten Kompromittierungsspuren reichen bis zum 23. Juli zurück. Patches sind seit dem 29. Juli verfügbar: Wer sie noch nicht eingespielt hat, war monatelang exponiert.
Wie ernst der Fall ist, zeigt sich daran, dass die US-Behörde CISA am 9. September die Lücke in ihren Katalog aktiv ausgenutzter Schwachstellen aufgenommen hat und US-Bundesbehörden eine Frist bis zum 12. September zum Patchen gesetzt hat. Es gibt keine Übergangslösungen: Wer im Unternehmen Cisco-Firewalls über Secure FMC verwaltet, sollte die Software sofort aktualisieren, Protokolle auf Kompromittierungsspuren prüfen und bei Verdacht den technischen Support von Cisco kontaktieren.
♻️ Welt der Refurbished-Geräte: Auch Amazon setzt groß auf Gebrauchtware

Vom 1. bis 10. September brachte Amazon in ganz Europa sein Festival der Gebrauchtware-Angebote an den Start: zehn Tage mit Rabatten auf zurückgegebene, gebrauchte und generalüberholte Produkte, von Elektronik bis zu Küchengeräten. Kein Einzelexperiment: 2025 überstiegen Amazons Gebrauchtware-Verkäufe in Europa 2 Milliarden Euro, wobei Kund:innen insgesamt über 380 Millionen Euro gegenüber dem Neupreis sparten.
Der Ablauf unterscheidet sich kaum von dem, was wir jeden Tag in unserem Labor tun: Jeder Artikel durchläuft Prüfung, Test, Reinigung und bei Bedarf Reparatur, mit einer angegebenen Zustandsskala von "Wie neu" bis "Akzeptabel". Die durchschnittliche Ersparnis gegenüber Neuware liegt bei rund 20 %, und in Italien waren PCs, Unterhaltungselektronik und Küchengeräte während der Aktion die gefragtesten Kategorien.
Das Signal für Unternehmen, die noch entscheiden müssen, was mit ihrem PC-Bestand geschehen soll, ist klar: Wenn der größte Marktplatz der Welt eine ganze Infrastruktur — Qualitätskontrollen, Zustandsskalen, Garantien — rund um Refurbished aufbaut, bedeutet das, dass es keine Notlösung mehr ist. Es ist zum Standard geworden, für Privatpersonen ebenso wie für Unternehmen.
🪟 Der Windows-Tipp: Das Startmenü wird skalierbar, und die Suche wird von Bing befreit

Mit dem Update dieses Monats — KB5124008, veröffentlicht am 8. September — bringt Windows 11 zwei praktische Neuerungen zusätzlich zur verschiebbaren Taskleiste, über die wir letzte Woche berichtet haben. Die erste betrifft das Startmenü, das sich jetzt wirklich skalieren lässt: unter Einstellungen → Personalisierung → Start → Startmenügröße wählt man zwischen Klein, Automatisch und Groß. Der Bereich "Empfohlen" wurde in "Zuletzt verwendet" umbenannt, und ein neuer Schalter erlaubt es, Namen und Profilbild im Startbildschirm auszublenden.
Die zweite betrifft die Windows-Suche: Unter Einstellungen → Datenschutz und Sicherheit → Suche gibt es jetzt einen Schalter, der Bing-Web-Ergebnisse und Microsoft-Store-Ergebnisse aus der Suche entfernt und nur das anzeigt, was tatsächlich auf dem PC vorhanden ist. Auch die Ergebnisoberfläche wurde vereinfacht, mit weniger visuellem Ballast und klarerer Kennzeichnung, woher jedes Ergebnis stammt.
Der praktische Vorteil ist doppelt: weniger Werbeablenkung bei der Dateisuche, und auf einem Laptop mit weniger RAM — etwa einem generalüberholten Firmengerät — reagiert die Suche spürbar schneller, ohne bei jedem Tastendruck das Web abzufragen. Eine kleine zusätzliche Freiheit bei einem kostenlosen Update. Bis nächste Woche! 🚀